Feuerwehrgeschichte

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Eine kleine Feuerwehrgeschichte

Das Feuer in der Sage

Das Feuer ist nach der griechischen Sage von himmlischem Ursprung. Prometheus brachte es den Menschen vom Olymp. Mit Hilfe des Feuers waren sie in der Lage Werkzeuge, Ziegel, Geschirr und Waffen herzustellen. Sie erhoben sich dadurch über die Tierwelt. Dies rief den Neid der Götter hervor.
Für seine Wohltat gegenüber den Menschen bestrafte Göttervater Zeus Prometheus furchtbar: Er wurde an den Kaukasus geschmiedet, wo ihm jeden Tag ein Adler die Leber zerfleischte, welche nachts wieder nachwuchs. Dies dauerte an, bis ihn Herkules befreite.

Das Feuer in der Literatur

Ohne Feuer ist kein menschliches Leben mehr denkbar. Die Menschheit kennt und fürchtet aber auch die Gefahren, die vom Feuer ausgehen.
Das furchterregende Erlebnis eines Stadtbrandes beschrieb Friedrich von Schiller in seinem „Lied von der Glocke”:

„… Wohltätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
Und was er bildet, was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft;
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur
Die freie Tochter der Natur.
Wehe, wenn sie losgelassen
Wachsend ohne Widerstand
Durch die volkbelebten Gassen
Wälzt den ungeheuren Brand!
Denn die Elemente hassen
Das Gebild der Menschenhand ...”

Friedrich von Schiller schilderte einen Brand, wie es ihn bis in das vorletzte Jahrhundert hinein häufig gab. Eimerketten waren meist das einzige Mittel, mit dem sich die Menschen vor der Zerstörung zu schützen versuchten.

Fassadenbild am Feuerwehrhaus Lindau, gemalt 1990 vom Lüftlmaler Josef Braumandl aus Haus im Wald.

Heiliger Florian – der Schutzpatron der Feuerwehren

Florian lebte im 3./4. Jahrhundert nach Christus, zur Zeit der Christenverfolgung und war Kanzleivorsteher des römischen Statthalters in Lorch an der Enns im heutigen Oberösterreich. Nachdem 40 geheime Christen eingekerkert und gefoltert worden waren, bekannte sich Florian selbst als Christ. Er wurde ebenfalls gefoltert. Weil er nicht abschwörte, band man ihm einen Mühlstein um den Hals und ertränkte ihn am 4. Mai 304 in der Enns.
Aufgrund der Tatsache, dass Lorch an der Enns später zum Bistum Passau gehörte, ist der Hl. Florian ein frühchristlicher Märtyrer dieses Bistums. An der Stelle, an der man seinen Leichnam barg, steht heute das berühmte Chorherrnstift St. Florian bei Linz. Eine Legende berichtet, ein Adler habe schützend seine Schwingen über seinem Leichnam ausgebreitet. Zum Schutzheiligen gegen Feuersgefahren wurde der Hl. Florian, weil er angeblich als Bub ein brennendes Haus durch sein Gebet und nur mit einem Kübel Wasser gelöscht hatte. Außerdem verehren ihn die Kaminkehrer, Bierbrauer, Seifensieder und Schäffler als Patron. Der 4. Mai ist der Namenstag von Florian.
Seit mehr als 40 Jahren verwenden die deutschen Feuerwehren „Florian” als Rufnamen im Funkverkehr.

Entstehung der Feuerwehren

Das Feuer spielt seit jeher eine wichtige Rolle im Leben der Menschen, sei es als Wärmespender, als Hilfe bei der Nahrungszubereitung oder als Waffe bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Möglichkeiten, die die Menschen gegen die Bedrohung durch das Feuer hatten, waren eher gering. Es gab keine leistungsfähigen Pumpen, Schläuche und in der Brandbekämpfung geübte Mannschaften. Man versuchte, über strenge bauliche Vorschriften die Entstehung von Schadenfeuern zu verhindern. Darüber hinaus gab es genaue Verhaltensmaßregeln, was die Bürger im Falle eines Brandes sowie zur Verhütung dessen zu tun hatten. Diese Regeln schrieben unter anderem vor, wie viele Löscheimer pro Haus vorhanden sein mussten.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Deutschland damit begonnen, spezielle Feuerlösch-Abteilungen ins Leben zu rufen. Die erste moderne deutsche Feuerwehr wurde 1841 im sächsischen Meißen als freiwillige Feuerwehr gegründet, die erste Berufsfeuerwehr 1851 in Berlin. Noch bevor die bayerische Landeshauptstadt München im Jahre 1866 ihre freiwillige Feuerwehr erhielt, entstanden bereits im damaligen Bezirksamt Grafenau zwei, nämlich in Grafenau und in Preying (beide 1865). Die älteste Feuerwehr im heutigen Landkreis Freyung-Grafenau ist Perlesreut (1862).
Die erste freiwillige Feuerwehr im damaligen Gemeindebereich Thurmansbang wurde um 1875 in Thurmansbang selbst gegründet. Aus ihr ging 1928 die FFW Lindau hervor. Zusammen mit den Feuerwehren Thannberg und Solla sind derzeit insgesamt vier Wehren für die kommunale Brandbekämpfung zuständig.