Leistungsprüfungen
Entstehungsgeschichte
Die
Voraussetzungen für die Leistungsprüfungen im Feuerlöschwesen hat der damalige
Kreisbrandinspektor des Landkreises Passau und spätere Landrat, Baptist
Kitzlinger geschaffen. Er hat am 24. März 1953 an den Direktor des Bayerischen
Landesamtes für Feuerschutz, Herrn Stadler, folgenden Brief geschrieben
(auszugsweise):

Die Löschgruppe bei der Abnahme der Leistungsprüfung am 26.
Oktober 1986 in Schlinding.
v. l.: Johann Schönbrunner, Franz Schmalhofer, Rudolf Heininger, Otto Lemberger,
Josef Roll (verdeckt), Anton Murr sen., Josef Fredl, Markus Bieber und Karl
Bauer jun.
„Seit ich im vergangenen Jahr bei unseren Nachbarfeuerwehren in Oberösterreich
Gelegenheit hatte, so genannte Leistungswettkämpfe zu sehen, trage ich mich mit
dem Gedanken, ähnliche Übungen auch in meinem Landkreis durchzuführen. Mein Plan
geht nun dahin, nach einer genauestens ausgearbeiteten Übungsordnung (die
Löschgruppe) jeweils einer Gruppe einer Freiwilligen Feuerwehr den Aufbau
durchführen zu lassen. Wenn von den dabei beteiligten Männern eine gewisse
Mindestzeit erreicht wird, sind diese Männer dann mit einem so genannten
Leistungsabzeichen auszuzeichnen. Einen besonderen Bewertungsmodus, bei dem auch
fehlerhafte Handgriffe etc. mit Schlechtpunkten bewertet würden, werde ich mir
noch zurechtlegen. Ich erwarte mir von der ganzen Angelegenheit eine
außerordentliche Verbesserung des Ausbildungsstandes, die die Mehrarbeit, die
ich mir damit aufbürde, ohne weiteres rechtfertigt. Auf jeden Fall haben die
Führungsorgane in Oberösterreich durch diese Leistungskämpfe einen
Ausbildungsstand erreicht, mit dem wir uns in Bayern auf keinen Fall mehr messen
können.”

Zeitungsausschnitt aus dem "Grafenauer Anzeiger" vom 27. April 1965.
Bereits am 20. September 1953 legten mit den Freiwilligen Feuerwehren Haarschedl
und Schalding r. d. Donau sowie der Lagerfeuerwehr Schalding r. d. Donau die
ersten drei Feuerwehren Bayerns die Leistungsprüfung Stufe I (Bronze) ab.
Auch im restlichen Bayern interessierte man sich nun für Leistungsprüfungen.
Seit Oktober 1963 gibt es die Stufe II (Silber), 1966 kam die Stufe III (Gold)
hinzu, welche in den nächsten Jahren in fünf Stufen (III/1 bis III/5) unterteilt
wurde.
In der Anfangszeit wurde die Leistungsprüfung „trocken” abgelegt, 1974 wurde auf
eine „nasse” Prüfung umgestellt.
Leistungsprüfungen können alle zwei Jahre abgelegt werden. Um das
Leistungsabzeichen III/5 (Gold-Rot) zu erreichen, ist damit eine mindestens
zwölfjährige Ausbildungszeit erforderlich.
Seit dem Jahr 1969 gibt es die Jugendleistungsprüfung. 1994 wurde eine
Leistungsprüfung im technischen Hilfsdienst mit den Stufen Bronze, Silber und
Gold eingeführt.
Eine Reformierung der Leistungsprüfungen erfolgte 2000 durch die
„Leistungsprüfung 2000 – Die Gruppe im Löscheinsatz”. Die bisherigen Stufen I
bis III/5 wurden ersetzt durch die Stufen 1 bis 6. Neben praktischen Übungen und
Knoten zählt zukünftig auch die Beantwortung von Testfragen zum Prüfungsumfang.
Übersicht der von der Freiwilligen Feuerwehr Lindau abgelegten
Leistungsprüfungen